Aus der Hand filmen

Zur Stabilisierung der Kamera beim Filmen werden unterschiedliche Hilfsmittel wie Gimbals, Steadycams oder Dollys genutzt. Diese sind nicht selten auch erforderlich, da bei professionellen Produktionen eine voll ausgerüstete Kinokamera sehr schwer sein kann. Auch wenn die kleine Alternative, die Spiegelreflexkamera, handlicher und deutlich leichter ist, sollte man stets mit genannten Hilfsmitteln oder einem Stativ filmen, um verwackelte Bilder zu vermeiden.

Kommt es aber dazu, dass man solche Möglichkeiten mal nicht zur Hand hat, sind hier einige Tipps, wie man dennoch möglichst angenehme Aufnahmen erhält:

1. Die Kamera mit den Händen stabilisieren

Ein grundlegend guter Tipp ist es, die Kamera, wenn möglich, mit beiden Händen zu umfassen statt mit nur einer. Dadurch erlangt man eine gewisse Stabilität, sich mit der Kamera so auf einen Punkt zu fixieren ist aber schwer.

2. Sich am eigenen Körper abstützen

Stützt man sich während des Filmens mit den Ellbogen am Bauch ab, verliert man nicht so schnell die Kraft und Stabilisierung in den Armen. Dieses Prinzip funktioniert aber meist nur gut, wenn man sich während des Filmens nicht großartig fortbewegt, da die eigene leicht gekrümmte Haltung zu einer Behinderung werden würde

3. Untergrund als Stütze nutzen

Besser als der eigene Bauch ist ein fester Untergrund wie ein Tisch oder eine Mauer. Stützt man den Ellbogen hierauf, ist es erstaunlich, wie ruhig man die Kamera auch ohne Stativ handhaben kann.

(4. Mit dem Kameragurt die Kamera fixieren)

Auch wenn der Kameragurt ein Hilfsmittel ist, besitzen die meisten Spiegelreflexkameras ihn von Anfang an. Und auch wenn er beim Filmen äußerst störend und nervig sein kann, ist er manchmal ein guter Ersatz für ein Stativ. Legt man den Kameragurt um den eigenen Hals und hält die Kamera von sich weg, entsteht ein Druck auf dem Gurt, welcher die Kamera ebenfalls stabilisiert.

Natürlich kann eine wackelige Kameraführung auch beabsichtigt sein, wie wenn beispielsweise dem Zuschauer suggeriert werden soll, dass die gefilmte Situation „real“ sei und es offensichtlich einen Kameramann gab. Beispiele hierfür sind klassische Vertreter der „Found Footage“-Genre wie „Blair Witch Project“.

Auch in normalen Spielfilmen können Szenen wie Action- oder Kampfszenen schnell und wackelig wirken. Allerdings sind diese Sequenzen immer geplant und auch wenn es nicht so wirkt, hat der Kameramann stets die Kontrolle über seine Kamera. Filmt man also absichtlich verwackelte Bilder, sollte dies mit stabilisierenden Hilfsmitteln geschehen und niemals, indem man tatsächlich die Kontrolle über seine Kamera verliert.

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