Die Psychologie im Film

Wie bereits im Artikel Die Kunstform Film erläutert, lässt sich der menschliche Verstand sehr schnell von filmischen Material beeinflussen. Und damit ist nicht gleich gemeint, dass wir wie hypnotisiert sind und keine eigene Meinung haben. Die Auswirkungen sind viel geringer und oftmals nehmen wir sie nur unterbewusst oder gar nicht wahr: Bei traurigen Szenen werden auch wir traurig, bei z.B. einer Kampfszene geht auch unser Puls hoch. Und das alles, obwohl wir eigentlich wissen, dass es nicht real ist. Warum ist das so?

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Die Grundlagen liegen bereits im Menschen selbst. Die Kommunikation ist ein wichtiger Aspekt von vielen Lebewesen, um zu überleben und die eigene Spezies zu erhalten. Doch während Honigbienen mit ihrem Schwänzeltanz nur die Position von Realem, in diesem Fall Blüten und somit Nahrung, bekannt geben können, ist es bei dem Menschen anders. Er entwickelte eine komplexe Sprache, mit der man auch Vergangenes, Zukünftiges oder Fiktives erzählen kann. Und mit der Zeit passte sich der Mensch immer mehr an, er entwickelte neue Methoden, nicht nur um zu überleben, sondern um gut und sicher zu leben. Er hatte etwas, was bisher kaum eine andere Spezies hatte: Freizeit.

Jetzt, wo man nicht den ganzen Tag jagen musste, da man Vorräte hatte oder sich das Essen selber anbauen konnte, musste man sich die Zeit anders vertreiben. Ein Grundbedürfnis des Menschens war schon immer die Neugierde, er wollte lernen, Erfahrungen sammeln und wissen. Und so war es für den Menschen nicht vertretbar, nichts zu tun, er wollte unterhalten werden. So kann es sein, dass sich die Menschen fiktive Geschichten ausdachten, die auf realen Erzählungen basierten.

Ein Beispiel: Ein Mensch hat einen Hirsch gesichtet und berichtet seiner Familie, wo er ihn gesehen hat. Alle hören gebannt zu, da es um ihr Überleben geht, um Nahrungsbeschaffung. Jahrtausende später züchtet sich der Mensch selber Vieh und baut Gemüse an, die Menschen müssen weniger und die jüngeren gar nicht mehr jagen. Sie sind unterfordert, ihr Gehirn und Körper hat sich nicht dafür entwickelt. Nun könnte es sein, dass jemand von einem großen Hirsch im Wald erzählt, alle hören aus Instinkt gebannt zu, auch wenn es eigentlich nicht wahr ist. So könnte sich das Geschichtenerzählen über die Menschheitsgeschichte entwickelt haben, was später mit dem Medium Film verstärkt wurde. Heutzutage ist man sich sicher: Der Mensch will unterhalten werden, also erfand man Geschichten. Später konnte man diese Geschichten visuell darstellen, was einen großen Einfluss hatte: Dadurch, dass wir ein bewegtes Bild sehen, gaukeln wir unserem Gehirn vor, dass das, was wir sehen, Wirklichkeit ist. Und schon damals, als es noch keine Medien gab, verbrachte man, besonders die Kinder, die Zeit damit, unterhaltende Situationen zu beobachten, sei es eine Baustelle oder der Kampf von Insekten.

Diese Situationen konnte man aber meist nur durch Zufall entdecken und sie waren nicht beeinflussbar, so wurden sie manchmal schnell langweilig oder waren nach kurzer Zeit zu Ende.

So beschloss man, diesen unterhaltenden Effekt künstlich herzustellen. Man spielte Szenen nach, erstelle sie später am Computer. Dies hatte den Vorteil, dass die Spannung immer parat war und so angepasst werden konnte, wie der Zuschauer es wollte. Grundsätzlich ist es erstmal egal, ob die Szene, die man beobachtet, real oder gespielt ist, sie hat den gleichen unterhaltenden Effekt. Dies wurde mit den aufkommenden Möglichkeiten noch unterstützt, unsere Emotionen ließen sich genauso mit Musik oder Lichtsetzung leiten. Denn für unser Gehirn ist das, was wir auf dem Bildschirm sehen, erstmal real. So geht die Traurigkeit auch auf uns über wie z.B. bei einer realen Beerdiung oder die Spannung, wenn wir im echten Leben eine Verfolgungsjagd der Polizei sehen würden. Wir haben uns schon sehr an das Medium Film angepasst, so haben wir grundlegend keine Angst vor Spielfilmen, da wir wissen, dass wir bei einer Schießerei nicht getroffen werden können. Trotzdem werden wir unsere unterbewussten Instinkte und Reflexe wohl nie verlieren. So kann man auch bei jungen Kindern, deren körperliche und geistige Wahrnehmung noch nicht ausgeprägt sind, erkennen, dass sie bei Filmen erstmal denken, dass der Inhalt real sei.

Kommentare

Hey ich hab dein artikel vorhin gesehen und find den echt cool. Vorallem das mit der Tatsache, das der MEnsch das einzige Lebewesen der Welt mit zeit ist!^^ Schön beschrieben mach immer schön weiter mit den Artikeln. weil... Ich interresier mich halt auch für Filme kenn mich da aber nich so aus
By Pavel Köhler

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